Die Nacht war kalt und nass. Wir befinden uns aktuell in einer der kühlsten Regionen Kenias. An diesem Morgen liegt die Temperatur gerade einmal bei 12 Grad. Ein ziemlicher Unterschied zu den gestrigen 27 Grad in der Nacht. Für heute haben wir jedoch keinen Wecker gestellt, weshalb wir – bis sieben – ausschlafen.
Wir klappen das Zelt zusammen und spülen unser Kochgeschirr an einem Wasserhahn auf der Wiese. Auch Evan ist wieder da und lädt mich auf einen kleinen Rundgang über das Gelände ein. Dabei zeigt er mir das Herzstück des Campingplatzes. Ein alter vollständig bemalter Doppeldecker-Bus, umgebaut zu einem kompakten Hotel.

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Anschließend heißt es wieder Abschied nehmen. Wir zahlen unsere Übernachtung, packen zusammen und treten unsere Weiterfahrt zum Lake Bogoria an.

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Auf dem Weg entdecken wir schließlich einen Baum mit ein paar Bänken. Ein idealer Ort für ein Frühstück. Wir halten also an und beginnen mit der Zubereitung. Unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Im Grunde haben wir nur eine Pfanne, einen Gaskocher und etwas stumpfes Besteck. Für das Meiste reicht es jedoch problemlos. Heute gibt es wieder Rührei zum Frühstück.

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Während wir unser Essen zubereiten, bleiben wir nicht lange unbeobachtet. In Afrika befinden sich in der Nähe von Straßen immer Menschen – egal zu welcher Tageszeit oder wie weit es vom nächsten Dorf weg sein möge.
Zuerst traut sich ein Jugendlicher zu uns, mit dem wir schnell ins Gespräch kommen. Er erzählt von seiner Begeisterung für Fußball und nennt uns seine deutschen Lieblings-Fußballspieler.

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Währenddessen nähern sich langsam auch einige Kinder, die uns schon längere Zeit neugierig aus der Entfernung beobachtet haben.

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Nachdem wir satt sind und auch mit unseren Besuchern etwas geteilt haben, geht die Reise weiter. Einige Kilometer später biegen wir ab. Wir verlassen die Hauptstraße, um uns einen größeren Umweg zu ersparen. Der Weg ist wie gewohnt holprig. Wir befinden uns nun auf Straßen, bei denen selbst Google Maps nicht mehr so recht weiß, wo es lang geht. Ab sofort fahren wir dank digitalem Kompass einfach nur nach den Himmelsrichtungen. Unser Ziel liegt im Norden. Nach einer Weile erreichen wir ein Dorf, weit ab der belebten Hauptstraße. Mich begeistert die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt. Wir suchen uns langsam unseren Weg durch die verzweigten Straßen.
Kurz nachdem wir das Dorf hinter uns gelassen haben, stoppen wir für eine kurze Trinkpause. Sekunden später hält neben uns ein Afrikaner auf seinem Moped an und fragt, ob alles in Ordnung sei. Wir fragen ihn, ob das der richtige Weg ist. Er bejaht und bietet uns an, dass wir ihm das letzte Stück zur nächsten Hauptstraße hinterher fahren können.

Lake Bogoria

Wir haben unser Ziel erreicht und befinden uns am nördlichen Ufer des Sees. Bekannt ist Lake Bogoria für seine Massen an Flamingos, die das teilweise bis zu 70 Grad warme Wasser genießen. Wir packen unsere Kameras aus, halten unsere Nasen zu und beginnen, diese rosaroten Vögel zu fotografieren.

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Wir haben einige Zeit bei den Flamingos verbracht. Jetzt machen wir uns aber schon wieder auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel im Süden: Masai-Mara National Reservat.

Da uns auch hier eine lange Fahrzeit bevorsteht, wollen wir noch heute, so viel wie möglich hinter uns bringen. Der Bogoria See hat eine Länge von 17 Kilometern. Wir bringen diese Strecke, die wirklich nur ein Geländewagen überstehen kann, hinter uns. Angekommen am südlichen Tor, empfängt uns ein Ranger, der gerade aus dem Wald gelaufen kommt. Er schlägt uns vor, die Nacht bei einem nahegelegenen Camp zu verbringen. Da wir sonst wieder nach Anbruch der Nacht an den nächstmöglichen Übernachtungsorten ankommen würden, nehmen wir dieses Angebot dankend an.

Wir drehen um, fahren den gerade gekommenen Weg ein Stück zurück und biegen dann ab. Wir fahren tiefer in den Wald hinein. Plötzlich erscheint vor uns ein traumhafter Platz zum Campen. Wir stellen das Auto ab und schlagen mittleweile gekonnt unser Zelt auf.

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Dieser Ort ist wirklich schön, aber dennoch nur ein Platz zum Übernachten. Zum Waschen muss uns ein kleiner Fluss in unmittelbarer Nähe genügen.

Heute sind wir eine Stunde vor Sonnenuntergang mit unseren allabendlichen Vorbereitungen fertig. Wir nutzen die Zeit. Wir sammeln Holz und versuchen erfolgreich, ein Lagerfeuer zu entfachen. Danach wird es Zeit für ein Bad im Fluss. Es ist ungewohnt, aber erstaunlich erfrischend. Das Wasser ist sehr klar und super sauber.

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Zum Abschluss lassen wir unseren Tag Revue passieren. Die folgenden Video-Ausschnitte geben einen bewegten Eindruck unserer Erlebnisse.

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