Für heute haben wir den Wecker noch etwas früher gestellt. Bevor wir die Region verlassen, wollen wir noch einmal unser Glück im Reservat versuchen. Heute ist es jedoch ruhig. Sehr ruhig. Nur wenige Tiere beobachten uns mit langen Hälsen aus weiter Ferne. Alle anderen scheinen es, heute ruhig angehen zu lassen und bleiben lieber zuhause.

Tag 3 - Zwischenstopp in Kianjata Springs 2
Tag 3 - Zwischenstopp in Kianjata Springs 3

Weitere Stunden vergehen und es bleibt weiterhin ruhig. Wir beschließen, uns auf den Rückweg zu machen und von dort aufzubrechen. Unser nächstes Ziel soll Lake Bogoria im Südwesten sein. Rund 390 Kilometer liegen nun vor uns. Das klingt zwar nicht nach viel, für diese Strecke werden wir hier allerdings mindestens 8 Stunden brauchen. Vorausgesetzt wir würden unterwegs nicht anhalten.
Zuvor jedoch heißt es, Abschied von unseren neu gewonnenen Freunden zu nehmen. Zum Schluss machen wir noch ein gemeinsames Foto.

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Nach der Verabschiedung machen wir uns auf den Weg. Nur wenige Kilometer später verändert sich die Landschaft. Sie wird immer grüner und selbst Regen begleitet uns in kurzen Schüben, trotz der eigentlich herrschenden Trockenzeit.

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Mittlerweile haben wir etwa drei Viertel der Strecke hinter uns gebracht. Unseren Vorrat haben wir auf dem Weg auch noch einmal aufgefüllt.
Die Dämmerung naht. Für die letzten 100 Kilometer sollten wir jedoch noch weitere vier Stunden unterwegs sein. Aus diesem Grund machen wir uns auf die Suche nach einem anderen Platz zum Übernachten. Wir werden fündig. Unser Ziel ist nun ein Campingplatz in Kianjata Springs.
Wir fahren von der Hauptstraße ab und folgen einem schmalen, sehr holprigen Pfad. Die Blicke der Einheimischen folgen uns zu jeder Zeit. Einige schauen zurückhaltend und neugierig, andere winken freudestrahlend. Wir entdecken einen Jungen am Straßenrand, der gemeinsam mit einem Hund Tiere hütet. Wir versuchen, Kontakt mit ihm aufzunehmen und fragen, ob wir ein Foto von ihm machen dürfen.

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Einige Minuten später erreichen wir ein Tor. Es sieht vielversprechend aus, ist jedoch verschlossen. An der Seite sehen wir eine Telefonnummer. Wir rufen dort an, erklären die Situation. Nur Sekunden später erscheint ein junger Mann, der uns freudig das Tor öffnet und herein bittet.

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Der Name des freundlichen, jungen Mannes ist Evan. Er arbeitet auf diesem Campingplatz, um sich etwas Geld zu verdienen. Er führt uns über das liebevoll gestaltete Grundstück zu der Wiese, auf der wir unser Zelt aufschlagen dürfen. Dort angekommen, beginne ich schon mit der Zubereitung unseres Abendessens und Evan steht mir hilfsbereit zur Seite. Zum Abschluss unseres Tages wollen wir es uns mit Spaghetti und Käsesoße gut gehen lassen.

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Nach dem Abendessen sitzen wir noch eine Weile gemeinsam mit unserem neuen Freund am Lagerfeuer. Wir tauschen Nummern aus, zeigen uns Bilder, Videos und Musik. Wir sind satt, es ist gemütlich und wir haben zum ersten Mal die Möglichkeit, zu duschen. Zwar ist das Wasser eiskalt, aber vollkommen ok.

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